Am ersten Oktoberwochenende machten sich die Leiterpersonen des Skilagers auf zu einer zweitägigen Entdeckungsreise ins Val de Travers. Nach einem gemütlichen ÖV-Transfer nach Neuchâtel begann das eigentliche Abenteuer. Mit dem Velo radelten wir zunächste gemütlich dem See entlang, dann aber steil hinauf durch die imposante Areuse-Schlucht. Ein sportlicher Start, der uns gleich zeigte, dass wir nicht zum „Pläuschlen“ unterwegs waren.
Zur Belohnung wartete in Couvet ein im Asphalt gekochter Schinken, der mindestens so spektakulär schmeckte, wie er klang. Gestärkt tauchten wir danach in die geheimnisvolle Unterwelt ein, in einen kleinen Teil des insgesamt 100 Kilometer langen Stollensystems, in dem bis in die 1980er Jahre Asphalt abgebaut und in alle Welt exportiert wurde. Wir erfuhren nicht nur, wie die Mineure damals gearbeitet und gelebt hatten, sondern auch einiges über die etwas speziellen Weltansichten unseres Führers.
Kaum wieder am Tageslicht, begrüssten uns die ersten Regentropfen. Und sie sollten bleiben. Also hiess es: Regenschutz anziehen, Zähne zusammenbeissen und los gehts. Mit fast leeren Batterien schafften wir es noch über den Pass nach Mauborget, und von dort glücklicherweise nur noch bergab nach Yverdon-les-Bains. Der Ortsname verrät es schon, hier sprudeln Thermalquellen. Genau das Richtige für unsere durchnässten Körper. Also kurz in die Sauna, wieder auf Betriebstemperatur kommen und den Abend bei Pizza und guter Laune ausklingen lassen.
Am nächsten Morgen waren die Schuhe immer noch nass und die Motivation fürs Wandern entsprechend überschaubar. Also beschlossen wir, den Tag der Kultur zu widmen. Statt Wandern liessen wir uns mit Zug und Bus zurück ins Val de Travers chauffieren und genossen unterwegs die schöne Aussicht. Das Tal ist nicht nur für Asphalt bekannt, sondern auch für den legendären, seit 2005 wieder legalisierten Absinthe. Im Maison d’Absinthe lauschten wir den Geschichten rund um die „grüne Fee“ und genehmigten uns natürlich ein Degustationsglas.
Nach einem wärmenden Fondue traten wir gemütlich die Heimreise an und liessen aus dem Zugfenster die gestrige Velostrecke nochmals Revue passieren. Trotz Regen und Schweiss war es ein rundum gelungenes Wochenende voller Abenteuer, Genuss und einer Prise Wahnsinn. Ganz so, wie es sich für die Skilagerleitung gehört.








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